Fannie Mae und American Capital Agency
Rekordgewinn für Fannie Mae
Beschäftigt man sich mit anderen Ländern und deren Finanzen muss man sich erst einmal in der Tiefe damit beschäftigen, wer, wie, was zusammen hängt. Da auch ich die Aktie American Capital Agency im Dividenden-Depot habe, interessiert mich natürlich, wie hier die Zusammenhänge sind.
Kürzlich erschien auf Spiegel Online der Artikel “Rekordgewinn: Fannie Mae überweist US-Staat 60 Milliarden Dollar“. Was das insgesamt mit der American Capital Agency (REIT) zu tun hat, werden wir etwas später klären.
Stellt sich zunächst die Frage, wer ist Fannie Mae und welche Funktion besitzt Fannie Mae. Auf Wikipedia wird dies sehr anschaulich wie folgt erklärt:
“Fannie Mae (ursprünglich Federal National Mortgage Association, FNMA) ist ein staatlich gefördertes Unternehmen, welches 1938 im Rahmen des New Deal als staatseigene Bank gegründet und 1968 privatisiert wurde. Bei der Privatisierung wurde der ursprünglich aus einer Verballhornung des Kürzels FNMA entstandene Name Fannie Mae als offizieller Name des Unternehmens übernommen.
Sie ist eine reine Hypothekenbank und das weltweit größte Institut in dieser Sparte. Die Hypotheken werden durch den US-amerikanischen Staat weder garantiert noch refinanziert. Als staatsnahes Unternehmen erhält Fannie Mae allerdings erstklassige Bonitätsbewertungen von den Ratingagenturen und kann sich so zu einem günstigeren Zins refinanzieren als andere Banken.
Zusammen mit Freddie Mac, der zweitgrößten, ebenfalls staatlich geförderten Hypothekenbank der USA, hat sie zur Finanzierung der Hypotheken Anleihen im Wert von 2,4 Billionen Dollar ausgegeben, wodurch sie zu den größten Schuldnern weltweit gehört. Aufgrund des Immobilienbooms, der in den USA nun schon seit Mitte der neunziger Jahre anhielt, sahen die Finanzmärkte zunehmend die Gefahr, dass bei einem Rückgang der Immobilienpreise Fannie Mae in ernsthafte Probleme geraten könnte, was angesichts der Höhe der Schulden zu weltweiten Turbulenzen auf den Finanzmärkten führen könnte und mittlerweile auch eingetreten ist.”
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fannie_Mae
Zunächst finde ich die Konstellation interessant. Als staatliche Bank gegründet, dann privatisiert und erhält durch gute Bonitätsbewertungen so gute Konditionen, welche Fannie Mae in ein komfortable Position gegenüber anderen Banken bringt. Trotz allem darf man nicht vergessen, dass hier eine enorme Konzentration an Kapital stattfindet, was letztlich große Risiken mit sich bringt.
Wie diese Risiken aussehen können, sieht man im 2. Teil der Wikipedia Ausführungen.
“Im Juli 2008 bezeichnete der Chef der Federal Reserve Bank of St Louis, Wiliam Poole, Fannie Mae erstmals als „faktisch zahlungsunfähig“ und forderte die Politik auf, nach Rettungsmöglichkeiten zu suchen. Am 13. Juli 2008 kündigte die US-Regierung an, Fannie Mae und Freddie Mac mit Krediten und Aktienkäufen in Milliardenhöhe zu stützen, um einen Bankrott zu verhindern. Bald darauf, am 7. September 2008, übernahm die zuständige Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) die Kontrolle über Fannie Mae und löste den bisherigen CEO Daniel Mudd ab. Im Geschäftsjahr 2008 machte Fannie Mae 58,7 Milliarden Dollar Verlust. Im 3.Quartal 2009 machte Fannie Mae einen Verlust von 19 Mrd. Dollar und beantragte weitere 15 Mrd. Dollar Staatsbeihilfen. Bisher hatte die Immobilienbank bereits knapp 61 Mrd. Dollar Staatsbeihilfen erhalten.
Im August 2011 ersuchte das Unternehmen die Regierung um weitere 5,1 Milliarden Dollar. Die Gesamtsumme der staatlichen Finanztransfers an die beiden staatsnahen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac beläuft sich damit auf 169 Milliarden Dollar.”
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fannie_Mae
Aus dieser Sicht ist es also wichtig, dass Fannie Mae wieder ins “laufen” kommt. Sie sehen wie weit hier einzelne Verflechtungen vorhanden sind.
Was hat nun der Rekordgewinn von Fannie Mae mit American Capital Agency zu tun?
Schaut man sich im Firmenprofil von American Capital Agency um, stellt man fest, dass American Capital Agency mit Fannie Mae verbunden ist. AGNC investiert teilweise in festverzinsliche Wertpapiere, wo eben die Regierung oder Fannie Mae (FNM), Freddie Mac (FRE) für garantieren. Geht´s diesen gut, gibt das zumindest aus meiner Sicht Sicherheit für American Capital Agency. Aus diesem Grund wird auch von vielen Investoren eingeschätzt, dass AGNC ein tragfähiges Geschäftsmodell mit der Möglichkeit hat, Wachstum auch zu finanzieren. Das erklärt auch meine Feststellung und der Chart von American Capital Agency, wo ich auf die “Relative Stärke” hingewiesen hatte.
Da der Chart von American Capital Agency auf Tages- und teilweise auch Wochenbasis einen Rücksetzer der Aktie zeigt, bin ich dabei zu prüfen, ob ich eine Vergrößerung der bestehenden Position vornehme. Die Aktie zahlt eine quartalsweise Dividende und notiert aktuell bei einer Dividendenrendite von ca. 16,30% p.a.
Es ist zwischenzeitlich erschreckend, welche Verflechtungen immer mehr offensichtlich werden.
Folgende Bücher wollen dazu aufklären: